Am 23. April war es wieder soweit… Die 30. Karsamstags-Osternachtswanderung begann. Diesmal unter dem Motto: „Aus seiner Sicht“. Los ging es in Pulsnitz mit einer kurzen Lobpreiszeit, den obligatorischen Ansagen zur Sicherheit und einem Anspiel der Jungen Gemeinde Pulsnitz. Die Michaeliskirche in Pulsnitz war mit ca. 111 Jugendlichen gut gefüllt und alle lauschten dem vorbereiteten Anspiel, welches zeigte, wie schnell es gehen kann sich von Jesus zu entfernen. Danach ging es auch schon recht zügig los, wenn man davon absieht das wir warten mussten, bis sich die Schlange am Toilettenhäuschen in Luft auflöste. Aber dann „Auf nach Lichtenberg“ und die letzten Sonnenstrahlen genießen. Natürlich durfte auch das Kreuz nicht fehlen!
Voller Tatendrang und ohne große Mühe brachte der gesamte Zug die erste Etappe hinter sich und kam bei der nächsten Station an. Hier zeigte die JG Kamenz, in Kooperation mit der JG Königsbrück, das wir uns oft nicht anders als Petrus verhalten und Jesus verleugnen. Alle hatten die Möglichkeit auf dem Weg nach Großnaundorf, unserer nächste Station, sich zu überlegen wo sie in ihrem Leben Jesus verleugnen oder verleugnet haben. Denn wir brauchen uns nicht besser zu fühlen als Petrus… fassen wir uns doch an unsere eigene Nase anstatt auf Andere herabzusehen.
Der Eingang zur Kirche in Großnaundorf war ein wenig anders: Hier gab es erstmal für alle eine Augenbinde. Das machte das Finden eines Platzes zwar schwierig, aber dafür gab es aus der JG Großröhrsdorf viele helfende Hände. Mit verbundenen Augen konnte sich jeder Einzelne gut auf den – in verteilten Rollen vorgelesen – Text konzentrieren, der deutlich machte, wie Jesus sich gefühlt haben muss, als er verurteilt wurde. Mittlerweile war es finster. Die Sonne hatte dem Mond die Nacht überlassen und der machte es, mit seinem fahlen Licht, den Ordnern, die mit Warnwesten, Walkie-Talkies und Lampen ausgestattet waren, nicht mehr so leicht die Masse geregelt nach Oberlichtenau zu bringen.
Hier wartete die ansässige JG mit einem Theaterstück der besonderen Art auf. Eine Person in schwarzen Gewand, den Rücken dem Publikum zugewandt, spielte stumm, während verschiedenfarbige Lichter erstrahlten und Texte gerufen wurden. Bei der anschließenden Moderation konnte man das eigene Wort kaum noch hören. Warum? Weil alle Hunger hatten und die Bäuche dies auch vernehmen ließen. Doch das Küchenteam hatte vorgesorgt: Riesige Töpfe mit Tortellinis und Suppe gab es. LECKER! Bei gemütlichem Feuer saßen wir Beieinander und die Ersten kramten nach der langen Fastenzeit die ersten Schokoladen heraus! Wir hatten es schon nach Zwölf! Nach diesem Genuss ging zum nahegelegenen Bibelgarten in Oberlichtenau. Hier haben wir den Kreuzweg Jesu noch einmal angesehen und dabei doch glatt das Kreuz in der Kirche vergessen!!! Aber noch schnell einmal ein paar kräftige Jungs zurückgeschickt und schon ging es zurück nach Pulsnitz. Von der anfänglichen Energie war aber nicht mehr viel zu spüren. Alle waren froh wieder sitzen zu können. Wolfram predigte und die Band hielt uns wach, indem wir nocheinmalhervorragenden Lobpreis machten.
Tja das war Sie…. Die Karo 2011
Der Herr ist auferstanden! — Er ist Wahrhaftig auferstanden!!! HALLELUJA!!!
Wie viele Worte hast du heute schon gesprochen? An wie viele deiner heutigen Worte kannst du dich jetzt noch erinnern? An welche Worte wirst du dich nach einiger Zeit noch erinnern?
Viele Worte die wir Menschen so sprechen sind schnell vergessen, in dieser schnelllebigen Zeit. Heute noch hochinteressant — morgen schon Schnee von Gestern. Es gibt aber auch Worte die die Jahrhunderte überdauern und die auch heute noch zum Thema gemacht werden. Wie bei unserer diesjährigen KARO!!!
Kreuzworte — Worte die Jesus am Kreuz gesprochen hat — die hat die Welt nicht vergessen. Unsere Karosternachtswanderung hat uns wieder daran erinnert.
Als Startpunkt haben wir uns in Frankenthal getroffen. Die JG Pulsnitz hat uns den Auftakt geliefert mit einem BBC Interview zur Frage:
Was ist eigentlich für dich das Paradies?
Von Google-Definitionen über Essen, Frieden und Ruhe war vieles zu finden. Bis letzten Endes von Gottes Reich für uns Menschen die Rede war. Was ist für dich das Paradies?
noch heute wirst du mit mir im Paradies sein
Auf zur ersten Etappe durch Wiesen, Felder und Wälder bei den letzten Strahlen der untergehenden Sonne. Ziel war der Kleine Stern, ein ehemaliges Militärgebäude mitten in der Massenei. Unter den Freidach der Baracke erlebten wir ein Anspiel der JG Kamenz. Schmerz und Trauer um einen lieben jungen Menschen, der aus dem Leben gerissen wurde, bewegte uns. Ganz wie bei Jesus der doch auch unschuldig gestorben ist. Und doch die Botschaft, dass dies alles noch nicht das Ende ist, sondern erst der Anfang. Wir können unsere Angst jederzeit bei Gott ablegen. In Gebet, Ruhe und Gemeinschaft — genau wie an jener Kreuzweg-Station mitten im Wald…
Stockdunkel war es auf dem Weg in Richtung Bretnig. Viele kleine Taschenlampen erleuchteten uns den Weg. Hunger und erste Müdigkeitserscheinungen machten sich breit, doch gute Gespräche und neue Bekanntschaften ließen den Weg nicht ganz so lang erscheinen.
Tja… manchmal ist unser Leben doch wie ein Getränkemarkt. Viele Durstlöscher werden geboten, wie Erfolg, Familienharmonie, Erfolg-Light, Sport und viele andere mehr. Doch alle haben irgendwelche Nebenwirkungen und Inhaltsstoffe die uns nicht gut tun. Sie sind total überteuert oder schwer zu bekommen. Doch man kann da auch das lebendige Wasser von Jesus entdecken: kostenlos — aber nicht umsonst für unser Leben. Wer es versucht wird nie wieder durstig sein — man muss es nur entdecken und sich trauen es zu versuchen. Vielen Dank an die JG Königsbrück, die uns das mit ihrem tollen Anspiel gezeigt hat.
Auch kulinarische Kost war an dieser Station für uns Wanderer verfügbar — denn nicht nur der Geist braucht Nahrung… Dank unserem Küchenteam stand für uns eine edle Tomaten-Reis-Suppe mit optionalen Fleischklößchen zur Verfügung — Happy Mampf…
So gestärkt brachen wir wieder auf um zum Ausgangspunkt nach Frankenthal zurückzukehren. Die Uhren gingen bereits auf Mitternacht zu. So kamen wir etwa gegen 1.00 Uhr an den Punkt an wo wir um 18.00 Uhr begonnen hatten. Madleen fasste zusammen welchen Kreuzworten wir unterwegs begegnet sind. In kurzen Videopassagen wird der Geschichte vom Kreuz die Wendung zum Licht hin gegeben. Jesus ist von den toten auferstanden und hat den Tod besiegt!!! Was das für uns bedeutet stellten einige Freiwillige in lebendigen Worten dar — durch lebendig phantomierte Buchstaben, damit uns das gesagte auch in lebendiger Erinnerung bleibt.
So ging auch diese KARO wieder zu Ende — doch die Gewissheit bleibt das Jesus mit seiner Botschaft bei jedem einzelnen von uns ankommen will. Es liegt an uns ob wir ihm Raum in unserem Herzen geben. Diese KARO soll wieder eine Gelegenheit für uns sein, neu darüber nachzudenken.Damit die Worte vom Kreuz auch noch lange in uns nachklingen.
Vielen Dank an alle die, die diese KARO für uns vorbereitet haben. An das Organisationsteam, die JGs die uns die Stationen gestaltet hatten, das Küchenteam und die vielen Helfer im Hintergrund. Ohne euch alle wäre so eine tolle Sache einfach nicht möglich!!!
Der Herr ist auferstanden!!!
Alle Fotos findet ihr in der Bildergalerie.
Wenn ich in den letzten Tagen von der KARO geredet hab, kam von Nicht-eingeweihten immer so die Frage wer diese Karo denn eigentlich sei… Deshalb hier noch einmal allgemein-verbindlich: die KARO ist keine Person o.Ä., sondern eine Wanderung. Genauer gesagt DIE Wanderung der evangelischen Jugend im Kirchenbezirk Kamenz. Die Karosternachtswanderung.
Diesmal verschlug es uns in den hohen Norden unseres Kirchenbezirks, nämlich nach Großgrabe. Dort sollte der Ausgangsort unserer Tour werden. So trafen sich also, am Abend des 11.April, etwa 120 Jugendliche aus dem ganzen Kirchenbezirk Kamenz. Vorfreude kam auf, denn das Wetter verwöhnte uns mit eitlem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen.
Der Auftakt wurde durch die Junge Gemeinde Oberlichtenau und das IMPACT-Team geboten. Bei einem kleinen Anspiel und einem Agapemahl wurden die Geschichte vom letzten Abendmahl Jesu und seiner Jünger aufgegriffen. Dabei wurde die Person des Judas, als Verräter, in den Vordergrund gestellt und die Frage aufgeworfen, ob nicht in jedem von uns ein bisschen Judas zu finden sei.
Von diesen Emotionen bewegt starteten wir hochmotiviert auf die erste Etappe nach Cunnersdorf. Die Sonne versank schon langsam und schickte die letzten warmen Strahlen des Tages. Gespräche brannten auf – viele hatten sich schon lange nicht mehr gesehen, und das Holzkreuz, welches wir auf dem Weg mitnahmen, wurde von Schulter zu Schulter gereicht.
In der romantischen Kirche von Cunnersdorf folgte die nächste Station. Eine musikalisch begleitete Bildmeditation machte auf das Leid Jesu im Bezug auf das Leid in der heutigen Welt aufmerksam. Auf kleinen Handzetteln konnten wir unseren Gedanken und Erfahrungen Raum geben. All das arrangierte die Junge Gemeinde Arnsdorf für uns. Das KARO-Lied „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ begleitete uns von Station zu Station.
Die Sonne war inzwischen versunken und Dunkelheit machte sich breit, als wir uns für die nächste Wegstrecke rüsteten. Durch Wälder, über Felder und Straßen führte uns der Weg nach Schwepnitz. Hunger- und Müdigkeitserscheinungen machten sich langsam bemerkbar. In Schwepnitz bot uns die TENSING Gruppe ein musikalisch-szenarisches Ereignis der besonderen Art. Dargestellt wurde hier die Kreuzigung und Grablegung von Jesus Christus.
Eine Pause wurde langsam nötig und so ruhten wir im Kirchgemeindehaus Schwepnitz, bei Suppe, Tee und Würstchen, einen Moment lang aus. Unsere letzte Wegstrecke, zurück nach Großgrabe stand uns noch bevor….
Schweigen beherrschte die letzten Kilometer der KARO. Nicht nur wegen der Anstrengung, sondern auch zum Nachdenken. Der Vollmond leuchtete weiß und klar, sodass Taschenlampen fat überflüssig wurden. Hier wurde deutlich warum die Wanderung den Leidensweg Jesu darstellen sollte. Der Weg zurück, zog sich und die Beine würden immer schwerer. Müdigkeit breitete sich aus, es war auch schon weit nach Mitternacht. Da wirkte die Ankunft zurück an der Kirche Großgrabe wie eine Erlösung.
In die dösende Ruhe hinein fasste Conny ihre Eindrücke zusammen. Sie erinnerte an die vorherigen Stationen und ging auf das diesjährige Thema unserer KARO ein: „Siehst du mich???“
Nach etwa 8 ½ Stunden und 22 Kilometer Wegstrecke fand die KARO an dieser Stelle ein Ende.
Was bleibt von dieser Nacht? Welche Gedanken und Themen wurden ausgetauscht? Welche Emotionen wurden in mir geweckt? Wie wurde meine Verbindung zu Jesus beeinflusst? Diese Fragen muss jeder für sich beantworten. Aber wie auch immer: diese Karosternachtswanderung war ein besonderes Erlebnis für uns alle. Anstrengend, tiefgründig, inspirierend.
Bis zum nächsten mal.
do Jörgi
Vom Samstag zum Sonntag fand wieder unsere KARO statt. Ein Artikel wird hoffentlich folgen und wie schon im letzten Jahr interessiert uns eure Meinung: nutz bitte die Kommentarfunktion und gebt uns ein Feedback zur KARO 2009!
Außerdem sind wir an Fotos für unsere Internetseite interessiert. Wenn ihr uns welche zur Verfügung stellen wollt dann schreibt mir bitte eine Mail an martin@eja-online.de.
Guten morgen lieber Mitgeher der KARO 2008,
wie Dirk bereits am Abschluss angekündigt hat würden wir uns über Meinungen, Kritik und Verbesserungsvorschläge sehr freuen. Aus diesen Grund bitte ich euch hier einen Kommentar beim KARO Eintrag zu hinterlassen – wir sind Dankbar für jedes Feedback.
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| 07. April 2012 18:00 | bis | 08. April 2012 03:00 |

KARO 2007
Karsamstags-Osternachts-Wanderung mit verschiedenen Kreuzweg-Stationen und eine Auferstehungsfeier.
WICHTIG: