» Jugendrüstzeit in Frankreich «

Alter

  • ab 14 Jahren

Leitung

  • Wolfram Alber und Team

Kosten

  • bis 20 Jahre 260,- €
  • bis 26 Jahre 290,- €
  • Verdiener 325,- €
  • (inkl. Fahrt, Vollverpflegung & Programm)

Anmeldung

 

» Konfirmanden erleben Geschichte des Dritten Reichs live in Theresienstadt «

In klirrender Kälte fuhren 64 Konfirmanden und Mitarbeiter am frühen Morgen des 27.01.2012 nach Theresienstadt. Diese Fahrt, die jedes Jahr für die Konfirmanden der 8. Klasse organisiert wird, ist auch dieses Jahr gelungen.
Der eine Teil Konfis bekam, nach der Ankunft und dem Mittagessen, Theresienstadt – oder auch die große Festung genannt – zu sehen und wurden von den zwei FSJlern, die dort angestellt waren, herumgeführt. Teilweise sehr bildhaft konnte man sich vorstellen, wie damals im Dritten Reich hier die Juden „zwischengelagert“ wurden, bis sie entweder starben oder in Vernichtungslager deportiert wurden.
Der andere Teil der Konfigruppe wurde durch die kleine Festung – nahe bei Theresienstadt gelegen – geführt. Dieses ehemalige Gefängnis für politische Gegner und Strafgefangene war gefühlsmäßig nochmal ein Zacken schärfer, da man hier noch mehr das Ausmaß der Bosheit der Gestapo spüren konnte.
Nach einem Workshop, bei dem sich die Jugendlichen mit Einzelschicksalen auseinandersetzen mussten und so auch einen sehr persönlichen Eindruck von der Situation bekamen, gab es erst mal ein deftiges böhmisches Abendessen.
Zum Abend wurde dann der Film „Der letzte Schmetterling“ gezeigt, es folgte der Abendab-schluss und der erste Tag in Theresienstadt ging mit gemischten Gefühlen und Eindrücken zur Neige.
Der Tag darauf begann mit dem Besuch im Ghettomuseum, in dem man unter anderem viele Kunstwerke der hier damals lebenden Kinder betrachten konnte. Interessanterweise waren sie eher positiv, hoffnungsvoll. Die Kinder blendeten ihre unmittelbare Umgebung damals aus und versuchten die schönen Dinge im Leben zu zeichnen. Das hielt sie letztendlich am Leben, insofern sie nicht ebenfalls deportiert worden sind.
Direkt im Anschluss gab es ein sehr wertvolles Zeitzeugengespräch, bei dem auch die Konfis sehr gut zuhörten und auch Fragen stellten. Frau Dagmar Lieblova erzählte beeindruckend von ihren persönlichen Erlebnissen in Theresienstadt.
Nun begann auch schon der letzte Teil der Theresienstadtfahrt, nämlich  die Auswertung. Jeder sollte seine Gefühle gemalt oder gezeichnet zu Papier bringen. Auf einen kurzen Abstecher zu der Stelle an der Eger, wo damals die Asche der im Krematorium verbrannten Juden hineingeworfen wurde, folgte schließlich die Heimfahrt zurück nach Deutschland.
Diese Zweitagesfahrt hat sicherlich jeden, der mitgefahren ist, sehr berührt und zum Nachdenken angeregt, in der Hoffnung, dass diese Zeit nie vergessen wird und solche Fehler nie wieder gemacht werden.

Christian Schlotterbeck (FSJler der EJA)

 
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